Migration

Integration erwünscht

Victor: „Ich wünsche mir, dass die Polizei noch bunter wird.“

Victor Ocansey ist seit 1993 bei der Polizei. Er ist Pressesprecher im Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten in Selm.

"Als ich zwei Jahre alt war, kam ich mit meinen Eltern von Ghana nach Deutschland. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich wegen meiner Hautfarbe in Schwierigkeiten geraten bin. Ich fühle mich in Deutschland heimisch. Ich erlebe ein ganz normales vertrauensvolles kollegiales Verhältnis, um keinen Deut anders, als meine Kolleginnen und Kollegen.
Im Gegenteil, wenn in einem Einsatz Ausländer oder Farbige verwickelt waren, konnte ich schnell ein Vertrauensverhältnis aufbauen. Dies hat immer zu einer zufriedenstellenden Lösung beigetragen.
So wünsche ich mir, dass die Polizei noch bunter wird.“


Sevinc: „Ich möchte junge Zuwanderer ermutigen, sich zu bewerben.“

Sevinc Coskuneren ist Polizeikommissarin. Sie hat in Dortmund im Wach- und Wechseldienst und als Jugendkontaktbeamtin gearbeitet. Jetzt ist sie beim Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten in Münster als Sachbearbeiterin im Dezernat für interkulturelle Kompetenz.

"Ich bin in Dortmund als Tochter einer türkischen Einwandererfamilie geboren. Glücklicherweise bin ich zweisprachig aufgewachsen. Meine Entscheidung, zur Polizei zu gehen, wurde in meiner Familie positiv aufgenommen. Einige  Freunde waren jedoch skeptisch. Doch dies hat sich nicht bewahrheitet.

Dass ich türkisch spreche, hat mir oft geholfen. So zum Beispiel bei einem Unfall mit einem türkischen LKW-Fahrer, wo die Beteiligten sich auf türkisch Ausreden zurechtgelegt hatten.

Auch kann ich das Verhalten türkischer Mitbürger gut einordnen. Dies hilft mir oft, Konflikte zu lösen.

Wenn die Polizei ein Spiegelbild der Gesellschaft sein soll, dann brauchen wir sicher noch mehr junge Zuwanderer."

Malgorzata: "Mehr Kolleginnen und Kollegen mit Migrationshintergrund wären eine echte Bereicherung für die Polizei."

Malgorzata Kühnhenrich arbeitet in der Verkehrsdirektion in Münster. Sie ist in Polen geboren, dort zwei Jahre zur Schule gegangen und 1988 mit ihren Eltern nach Deutschland gekommen. Bei der Polizei ist sie seit 1999.

„Ich hatte das Glück, dass ich in der Grundschule von einem Lehrer sehr gefördert wurde. Meine Eltern haben mich zweisprachig erzogen. Die polnische Sprache kann ich bei der Autobahnpolizei sehr gut gebrauchen. Bei der Polizei bin ich sehr gut aufgenommen worden. Ich habe einen Betriebsausflug nach Danzig organisiert. Meine Kollegen waren von der Stadt und den Menschen begeistert. Auch der Einblick in die Arbeit der polnischen Polizei war für alle interessant. Ich bin davon überzeugt, dass mehr Kolleginnen und Kollegen mit Migrationshintergrund eine echte Bereicherung für die Polizei wären."


Robert: „Wir sollten ein Signal setzen.“

Robert Gereci ist Leiter der Führungsstelle der Polizeiinspektion 3 in Dortmund. Er hat Jura studiert und drei Jahren als Jurist gearbeitet, bevor er in den höheren Dienst eingestellt wurde. Er kommt aus Kroatien und ist in Deutschland aufgewachsen.

„Wir sollten in der Polizei ein Signal setzen und mehr Bewerber mit Migrationshintergrund einstellen. Dass soll dazu beitragen Vorurteile gegen Ausländer und Migranten abzubauen. Es ist wichtig die eigenen Wertvorstellungen ständig zu überprüfen, um die Lebenswirklichkeit zu objektivieren.

Außerdem halte ich es für notwendig, den Polizeiberuf so attraktiv wie möglich zu gestalten, damit wir im Wettbewerb um eine kleiner werdende Zahl von Schulabgängern noch ausreichend Nachwuchskräfte finden. Ich möchte junge Leute, vor allen auch zugewanderte, bestärken, sich zu bewerben."

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